Orscholz - Heilklimatischer Kur- und Cloefort an der Saarschleife

Die Cloef mit Blick zur Saarschleife

"Ich möchte die Saarschleife so sehen wie ich sie im Fernsehen gesehen habe!"

 Aber gerne   ...  kommen Sie zu uns nach Orscholz, denn nur von Orscholz und  dem Aussichtspunkt "CLOEF"- haben Sie dengroßartigen Blick "Zur Saarschleife"

Bitte beachten Sie die Anfahrtsbeschilderungen

Sehen Sie diese wunderschöne Schleife, welche uns die Natur hier darstellt.

Entdecken Sie Orscholz, den Aussichtspunkt Cloef, die Saar und ihre Schleife und natürlich die großartige Umgebung.

           

"Wie kommen wir zur Saarschleife?"
Diese Frage wird immer wieder durch die stets größer werdende Gästezahl an die Mitarbeiter der Tourismusinformation und Beherbergungsbetriebe, aber auch bei allen möglichen Gelegenheiten an die Bevölkerung gestellt.

"Sie wollen bestimmt zur Cloef...?", lautet dann oft die Gegenfrage und die Auskunftsuchenden wissen dann oft erst nach der Ergänzung "... zum Aussichtspunkt!" etwas mit der Frage anzufangen.

Nicht selten taucht in diesem Zusammenhang die Zusatzfrage nach der Bedeutung dieses Wortes "CLOEF" auf.

Kleiner Übersichtsplan
                 

Selbst mancher alteingesessener Bewohner des "Cloef-Ortes" gerät dabei in Verlegenheit, diese Bezeichnung des bekanntesten saarländischen Aussichtspunktes nicht erklären zu können.

                                  

Damit Auskunftsgebende zukünftig eine zufriedenstellende Antwort haben, geben wir an dieser Stelle zwei Varianten der möglichen Herkunft des Begriffes bekannt:

Die wissenschaftliche Begründung des Wortes "CLOEF" geht auf die keltische Sprache zurück. Danach heißt "Cloef" = steiles Felskerbtal.

(siehe auch www.cloef.de) Homepage von Wolfgang Reichel mit schönen Bildern von der Cloef.

(Das Flusstal soll bereits 350 Millionen Jahre alt sein und sich immer weiter abbauen.

Die volkstümliche Deutung geht auf die Zugehörigkeit von Orscholz zur Herrschaft Montclair zurück.
Die Herren von Montclair aus dem Hause Clermont trugen als Wappenzeichen einen roten Schlüssel in Silber. Von dem französischen "la clef" (der Schlüssel) könnte demnach die bis heute erhaltene Bezeichnung "Cloef" ebenfalls abstammen.

Anmerkung: br.niketius@XXX.de
In den Veröffentlichungen lese ich immer über die Abstammung derer von Montclair aus Clermont; dies ist falsch, die Vorfahren von Montclair kommen von der Burg Clefmont an der Marne. Im Altfranzösisch Clairmont, woraus Clefmont wurde.

150 Jahre Aussichtspunkt Cloef

Eine Festschrift zum 150. Geburtstag des Aussichtspunktes Cloef mit Text- und Bildauszügen aus der Orscholzer Chronik von Herrn Dr. Albert Enderlein.

            

Der Aussichtspunkt Cloef.

Die Cloef ist ein felsiger Aussichtspunkt im Scheitel der Saarschleife, dort, wo eine vorspringende Felsformation aus Taunusquarzit sich bis zur Saar hinabzieht und in früherer Zeit ein Hindernis für die Schifffahrt darstellte. Über den Ursprung des Namens Cloef gibt es verschiedene Versionen, die zum Teil heftig diskutiert werden. Hauptsächlich zwei Deutungen werden favorisiert, für die beide eine Erklärungsgrundlage besteht.
Eine Version des mundartlich ausgesprochenen „Chef“ lautet: Es kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie „Klippe“. Dies würde mit der Felsformation übereinstimmen, auf der die Cloefschutzhütte steht.
Eine andere Version leitet den Namen aus dem Keltischen ab, und danach würde es ein „steiniges Kerbtal“ bezeichnen. Einen Ort „Chef“, wie er im moselfränkischen Dialekt ausgesprochen wird, kommt auch im Luxemburgischen vor.
Es ist der Name der Stadt Clerf bzw. Clervaux im Ösling. Ähnlich wie an der Saarschleife hat sich dort das Flüsschen Clerv ins Gebirge geschnitten, wie in einem steinigen, felsigen Kerbtal.

In früherer Zeit gab es keinen Tourismus in unserem Sinne. Lediglich ver einzelte Reisende wurden zufällig auf Naturschönheiten und Kunstdenkmäler aufmerksam. Erst mit der Rückbesinnung auf die nationale Kultur und im Zusammenhang mit der Landschaftsmalerei der Romantik Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte man diese „Schätze“.
So wurden in Deutschland der Rhein und seine Nebenflüsse von natur- und kunstbegeisterten Franzosen, später zunehmend auch von Engländern im Rahmen ihrer „grande tour“ bereist. Begeisterung erregten vor allem in den Städten die Überbleibsel der Gotik.
Die ersten Beschreibungen, heute würde man Touristenführer sagen, wurden gedruckt. Nach der Thronbesteigung der Königin Victoria von England und ihrer Vermählung mit Albert von Sachsen-Coburg-Gotha und deren wiederholten, längeren Besuchen in Deutschland, verbunden mit ihrer Begeisterung für manche Seite der deutschen Kultur, wurden hauptsächlich englische Aristokraten auf Deutschland und die Benelux-Staaten aufmerksam.
Für Belgien gab es schon nach den napoleonischen Kriegen eine Art Schlachtfeldtourismus. Abgelegene deutsche Gegenden, die mit den damaligen Beförderungsmitteln schwer zugänglich waren, verharrten weiterhin in ihrem Dorn röschenschlaf. Aber schon beim Besuch des preußischen Kronprinzen im Jahre 1833, er besuchte am 10. November 1833 Kastel, nicht aber Orscholz, scheint diesem die Landschaft der unteren Saar sehr gefallen zu haben.

Bei seinen Durchreisen kam er gelegentlich, so auch 1839, in unsere Gegend und durch Orscholz. Man kann davon ausgehen, dass er dabei den Felsen über der Saarschleife wenigstens aus der Ferne gesehen hatte. Er wird sich wohl auch vorgenommen haben, bei einem späteren Besuch diese Stelle aufzusuchen, denn der Landrat von Saarburg, ein Herr von Cohausen, insistiert über Jahre hinweg, den Weg zur Cloef auszubauen.
So in einem Brief vom 30. April 1842, wo er unter dem Vorwand der besseren Holzabfuhr einen Weg auf die „Kleef“ durch den Gemeindefärster Sauerwein abstecken ließ.
Normalerweise war das Anlegen von Holzabfuhrwegen im Gemeindewald Aufgabe der Gemeinde. Im gleichen Jahr am 5. Juli wurde beschlossen, den Weg von der „Geldkaull“ an bis auf den „Saahrberg“ anzulegen. Schon vorher waren auf der Cloef Sitzbänke installiert worden. Am 2. August 1845 lag eine Anfrage des Landrates über den Zustand des Weges zur Cloef vor, ebenso über den Zustand der Straße Orscholz-Tünsdorf-Wehingen-Merzig.

Der Landrat in Saarburg sollte für eine in den nächsten Jahren geplante Visite des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. eine Reiseroute vorschlagen, die u. a. die Besichtigung der Klause von Kastel und der Cloef einschloss. Aus diesem Grunde sollten die Einwohner von Orscholz den Weg zur Cloef in einen gut zu befahren- den Zustand versetzen. Der Weg musste auch verbreitert, Rabatte und Gräben angelegt werden. Zudem sollten Lärchenbäume den Weg säumen.

Landrat von Cohausen projektierte sogar einen steinernen Tisch, „10 Fuß lang, 5 Fuß breit, 8 Zoll dick, in zwei Platten bestehend und auf 6 Steinen ruhend.“ Für die Orscholzer selbst spielten die Cloef und etwaige Besucher auf der Cloef keine große Rolle. Damals erkannte man noch nicht das wirt schaftliche Potential dieser prominenten Aussicht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich ein Einwohner der Gemeinde Orscholz, Nicolas Rheinart weigerte, als Waldeigentümer Land für die Verbreiterung des Weges abzu geben.
Er versuchte sogar, die Wegebaumaßnahme zu verschleppen, der Landrat hingegen sie zu beschleunigen. Möglicherweise war Nicolas Rheinart aus persönlichen Gründen im Hinblick auf die etwas abrupte Beendigung seines Mandats als Bürgermeister der Bürgermeisterei Orscholz mit der preußischen Administration und damit auch mit ihrem höchsten Repräsentanten etwas über Kreuz.

                        

Der Regierung in Trier blieb nichts anderes übrig, als mit Aussicht auf Zuschüsse die Gemeinde zum Einlenken zu bewegen. 1846 bietet die Regierung den Betrag von 5O Talern auf zur Verbreiterung des Cloefweges. Der Landrat und die Regierung in Trier machten Druck, diesen Weg schleu nigst auszubauen. Endlich (!), am 1. September 1846 war der Weg fertig. Landrat von Cohausen regt sogar an, einen Wegweiser mit der Aufschrift „Zur Cloef“ aufzustellen.AusTrier kam am 31.Juli 1847 die Nachricht, dass der preußische König im August desselben Jahres die Rheinprovinz berei sen wolle, daher sollten die Chausseen nach Kastel und zur Cloef in Ordnung sein. Aus dem Besuch auf der Cloef wurde leider nichts. Die glei che Situation im Herbst des Jahres 1855, wieder wollte der Souverän die Cloef besuchen, mit dem gleichen Resultat wie acht Jahre zuvor. 1856 bewilligte die Regierung in Trier erneut einen Zuschuss aus einem Staatsfond für die Anlagen um und auf der Cloef.

In einem rückblickenden Bericht vom 6. März 1868 wird von einem Verwaltungsbeamten vermerkt, dass im Jahre 1856 auf Gemeindegrund,auf Anordnung des Landrates und der Regierung in Trier, ein Pavillon errichtet wurde. Der Landrat beschwer te sich damals über die geringe Leistung und wohl auch über das Desinteresse der Gemeinde an diesem Projekt. Er schreibt, dass der verstorbene Schlossherr von Thorn, Johann Baptist de Musiel, den runden Steintisch gestiftet habe. Dieser runde, aus Sandstein gefertigte Tisch befindet sich heute noch auf der Cloef. Der Fabrikant Boch stiftete den Mosaikboden im Pavillon, während die Gemeinde den Grund und Boden gab, den Zufahrtsweg herrichtete und Alleebäume pflanzte. Für diese Gemeindearbeiten gab es 50 Taler von der Regierung, wie der Beamte notierte.

Dann am 29. September des Jahres 1856 war es endlich soweit. Friedrich
Wilhelm IV., König von Preußen, besuchte zusammen mit der Königin
Elisabeth die Cloef. Anlässlich eines Besuchs in Trier machten sie eine
Stippvisite in den Kreis Saarburg. Innerhalb eines Tages fuhr das
Königspaar von Saarburg über Münzingen, Sinz nach Nennig. Dort wurde
der 1852 entdecke römische Fußboden bewundert, und über Tettingen,
Borg, Oberleuken gelangte man nach Orscholz.

Die Zeitung berichtete über diesen Besuch:
„Saarburg, 29. September. Seine Majestät der König kamen heute Morgen 3/4 10 Uhr in unserer festlich geschmückten Stadt an und ließen Sich während des Umspannens die geistlichen und Civilbehörden vorstellen. Eine Einladung nach Castel, von dem Kammerherrn v.Cohausen vorgeschlagen, refusirten Se. Majestät. Unter den lebhaftesten Hurrah‘s verließ der König nach leider zu kurzem Aufenthalte unsere Stadt. Von hier aus begab Sich Se. Majestät nach Nennig zur Besichtigung des Mosaikbodens und von da auf die CIef, wo Allerhöchstderselbe ganz entzückt waren über die herrliche Aussicht, die sich vor Seinen Blicken entfaltete. Die dortselbst gemach ten Gartenanlagen hatten sich der Zufriedenheit Sr. Majestät zu erfreuen und es erfolgte der allerhöchste Auftrag, in der Anlegung solcher fortzu fahren. Auf derselben hatte sich auch Herr Boch mit dem Musikcorps sei nes Etablissements eingefunden. Derselbe wurde von Sr. Majestät mit den huldvollsten Worten beehrt, Von hier setzte Se. Majestät Seine Reise nach Saarbrücken fort.“ In einem im Jahre 1873 verfassten Bericht heißt es: „Der Saarfluß ist auf der Strecke von Mettlach bis Saarburg auf beiden Ufern von steil aufsteigenden Höhenrücken eingeschlossen, durch welche er sich in vielen Krümmungen hindurch schlängelt.

Am Scheitel einer fast eine Meile langen Serpentine, mehre hundert Fuß über der Thalsohle befindet sich in der Nähe des Dorfes Orschholz, fast senkrecht über dem Flusse ein vor- springender Fels, die Cloef genannt, von dem man nicht allein mehre Meilen weit den Flußlauf stromauf- und abwärts, sondern auch das flacher abfallende gegenüberliegende Ufer und die zu beiden Seiten des Gebirges anschließende Hochebene mit ihren Wäldern, Wiesen, Feldern und Dörfern übersieht. Die reizende Aussicht daselbst veranlaßt nicht nur viele Touristen, sondern auch die Bevölkerung der Umgegend zu häufigen Besuchen dieses Ortes. Seine Majestät der hochselige König Friedrich Wilhelm IV. besuchte die Cloef am 29. September 1856 und wurde zum Zweck dieses Besuches nicht allein verschiedenes, die Aussicht hindernde Buschwerk gelichtet, sondern auch der Platz planiert, mit einer Schutzmauer umge ben, ein runder Steintisch nebst Bank und über diesen ein Schutzdach angestellt. Zu derselben Zeit wurde vom Maler Becker in Frankfurt ein großes Oelbild gefertigt, welches die Aussicht darstellt, dessen Orginal Seine Majestät besessen hat“.



Peter Becker, geboren am 10. November 1828 in Frankfurt am Main und gestorben am 18. August 1904 in Soest/Westfalen, gab im Jahre 1858 eine lithographierte Ansicht von Saarburg heraus, vom,,Bottelter“ aus gesehen, gefolgt im Jahre 1861 von dem „Saaralbum“. Dies bestand aus,,Ansichten des Saartales“ in sechs Lithographien, einschließlich des Deckblattes. Das Deckblatt war eine Ansicht von Saarburg in Anlehnung an Braun Hogenberg* (* Braun-Hogenberg; Städtebuch, Köln 1572 bis 1618; 6 Bde) Als weiteres beinhaltete das Album je eine Ansicht von der Saarschleife, von der Cloef aus gesehen, eine Ansicht der Abtei Mettlach, von der Keuchinger Seite aus gesehen, die Michaelskapelle vonTaben, von Saarhausen aus gesehen, die Klause von Kastel, vom Hamm aus gesehen und die Laurentiuskirche von Saarburg, von der Beuriger Seite aus betrachtet. Die Ansicht der Saarschleife war der Königin Elisabeth von Preußen gewidmet.

Für zwei Lithographien des Saaralbums lag eine Bestellung von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen vor. Wahrscheinlich für die Saarschleife und die Klause bei Kastel. Ausgeführt wurden die Blätter in dem damals herrschenden Stil der Spätromantik. Friedrich Wilhelm IV. war unter den fünf regierenden preußischen Königen des 1 9.Jahrhunderts der kunstsinnigste. Weder sein Vater, Friedrich Wilhelm III. noch sein Bruder Wilhelm 1., der mehr dem Militärischen zugeneigt war, noch dessen Sohn und Enkel waren den Naturschönheiten und Kulturdenkmälern des Rheintales und seiner Nebentäler so zugetan. In diesem Zusammenhang ist auch seine Begeisterung für den mittelalterlichen Burgenbau am Rhein zu sehen. Als Beispiel mag hier das Schloss Stolzenfels Erwähnung finden, das als Ruine erworben, von ihm wiederaufgebaut wurde. Das Saartal wurde mit dem des Rheines verglichen. Einen „Rheinfelsen“ gab es auch bei Saarhölzbach, den „Vogelfelsen“. Angefangen hat diese Vorliebe für die Saargegend während seiner ersten Reise im Jahre 1833 in die Rheinprovinz und geendet hat sie, wenn man so will, mit der Reise von 1856 zur Saarschleife. Denn zwei Jahre später war der Monarch, bedingt durch eine Hirnerkrankung, regierungsunfähig. Ab diesem Zeitpunkt blieb eine Förderung durch König oder Regierung für die Ansätze eines Tourismus in der Saargegend aus. Darunter litt auch die Verbreitung des „Saaralbum“ von Peter Becker, das erst nach dem am 1 .Januar 1861 erfolg ten Tod Friedrich Wilhelms IV. zur Auslieferung kam. Ohne die Begeisterung Friedrich Wilhelms und seiner Gemahlin Elisabeth von Bayern und ohne den Besuch des Königs 1856 wäre die Saarschleife und damit auch ihr Aussichtspunkt Cloef noch Jahrzehnte unbeachtet geblieben.

Die Zahl der Besucher nahm nun stetig zu, erwähnenswert ist der Besuch des französischen Dichters Victor Hugo. Am 22. September 1863 nachmittags machte er, von Saarburg ausgehend, einen Besuch in Freudenburg und auf der Cloef. In seinen Aufzeichnungen beschreibt er die herrliche Sicht auf den gewundenen Lauf der Saar, den er mit einer Schlange vergleicht und die bewaldeten Berge mit der Burg Montclair mitten drin. Von der Cloef berichtete er als einem Aussichtspunkt, der für den König von Preußen hergerichtet wurde mit einem runden, mit Mosaik belegten Tisch. Er erwähnt noch die republikanischen Inschriften auf der Cloefmauer, die er, als ausgesprochener Anhänger der Republik, in Zusammenhang brach te mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl und den gemeinsamen freiheit lichen Ideen der Völker.

Zehn Jahre später, im Jahre 1873, war der aus Holz errichtete Pavillon reparatur-bedürftig. „Die Holzpfosten, welche den Pavillon tragen, sind angefault, so dass eine Erneuerung des Baues erforderlich wird. Da nun dieser 1856 erbaute Pavillon den Besuchern weder Schutz gegen eintretende Gewitterregen p.p.noch gegen Sturm p.p.gewährt, auch ein einziger Tisch häufig nicht genügt, so ist es Absicht der Gemeinde Orschholz, den vor handenen Pavillon nicht allein zu erneuern, sondern auch zu erweitern, den durch die Anwesenheit Sr. Majestät geweihten Tisch aber als Mittelpunkt des Neubaues zu erhalten. Es ist projektiert, dass eine nach der Landseite geschlossene, nach der Thalseite aber offene, nur von eisernen, zur Unterstützung des Daches nothwendigen Säulen unterbrochene Halle mit einen dem halbrunden Aussichtsplatze entsprechenden Vorbau errichtet werde. Gleichzeitig ist erforderlich, dass der Weg vom Dorfe Orschholz bis zur Cloef, der zwar chausseemäßig angelegt, aber nicht vollendet ist, mit einer Decklage von geschlagenen Steinen versehen werde“.

Dieser Bericht wurde anlässlich einer Kostenerhebung vom 2. September 1873 für die Erneuerung des Cloefpavillons geschrieben. Der Aussichtspunkt an der Saar erfreute sich scheinbar immer größerer Beliebtheit, denn schon ein Jahr vorher beantragte ein Michel Sauerwein bei der Gemeinde Orscholz die Installierung einer Sommerwirtschaft mit Kegelbahn auf dem freien Platz beim Cloefpavillon, was ihm auch genehmigt wurde. Bei Michel Sauerwein handelte es sich um Michel Adolf Sauerwein, den Gemeindevorsteher von Orscholz, der später nur noch Adolf Sauerwein genannt wurde. Bei der Renovierung im Jahre 1873 erhoffte man insgeheim eine Spende von der Königinwitwe Elisabeth.

So heißt es im Gemeinderatsprotokoll vom 17. September 1873: Verschönerung der „Clef durch Beihölfe Ihrer Majestät der Königin Witwe Elisabeth“, inklusive der Instandsetzung des Zufahrtsweges. Diese Arbeiten können aber nur dann unternommen werden, wenn zur „Restauration resp.Verschönerung der „Bellevue zur CIef“ ein namhafter Beitrag von der Königin da ist.“ Und tatsächlich im Frühjahr 1874 kam Geld aus Berlin. Kaiser Wilhelm 1. übernahm es, für seine inzwischen verstorbene Schwägerin einen Betrag von 300 Mark zur „Renovierung und Vergrößerung des Pavillons und Besserung des Zufahrtweges auf der Clef“ zu spenden. Dieses Geld kam aus der Privatschatulle des Kaisers, und wenn man weiß, wie sparsam der Monarch im Privatleben war, ist der Erfolg der Gemeindeväter um so höher zu bewerten. Unterstützt wurde das Ganze durch ein persönliches Schreiben des Bürgermeisters Emmerich an Wilhelm 1. Die Planung des Cloefausbaues wurde vom Baumeister Hauch aus Weiten getätigt, der auch einige Häuser im Ort geplant hatte und dessen Sohn später als Rektor der Katholischen Volksschule in Orscholz vorstand.



Adolf Sauerwein, inzwischen Kommunalpolitiker und vermögend, hatte wohl keine Zeit mehr, sich mit der Sommerwirtschaft auf der Cloef zu befassen. 1875 kaufte die Gemeinde daher die „Bude“ auf der „CIef“. Das Interesse für den Aussichtspunkt wuchs auch bei den kommunal Verantwortlichen. Man versuchte die Cloef auszubauen und instand zu halten. Daher brachte man 1889 neue Bänke auf der Cloef an, und fünf Jahre später wurde der Pavillon wieder repariert. Die Gastronomie, seit 1875 in Gemeindebesitz, hatte nicht nur positive Seiten. 1896 wurde von Behördenseite über erhöhte Lautstärke und gelegentliche Krawalle auf der Cloef in Zusammenhang mit der Gastronomie berichtet. Insgesamt aber entwickelte sich der Tourismus. Um die Landschaft an der Saarschleife besser zu erschließen, beantragte der 1908 gegründete Touristenclub bei der Gemeinde im Jahre 1910 einen Zuschuss für einen Weg von der Cloef zum Saartal.

Der Club selbst hatte durch Theateraufführungen, freiwillige Beträge und Sammlungen schon die Hälfte der veranschlagten Bausummen zusammengesammelt. U. a. beteiligte sich auch die Stadt Merzig mit einer Spende daran. Was aus den Bemühungen des Touristenclubs wurde, ist in einer Zeitungsnotiz vom 27. April 1911 zu lesen: „Einige eifrige Besucher des großartigen Aussichtspunktes des Dorfes Orscholz, der Cloef, haben zu ihrer großen Freude entdeckt, dass der Fußpfad nach der Saar jetzt fertig gestellt ist. Er gestattet einen bequemen Anstieg von der Saar nach dem bekannten Aussichtspunkte. Die zahlreichen Windungen lassen sich dabei leicht vergessen, zumal sie bei der beständigen freien Aussicht Langeweile nicht aufkommen lassen.“ In periodischen Abständen wurde am Cloefpavillon gewerkelt und instand gesetzt.

1925 beschloss der Gemeinderat, dass eine Person den Cloefplatz, die Umfriedung etc. in Ordnung halten sollte. Im Gegenzug durfte sie Postkarten, Brötchen etc. verkaufen aber, eingedenk der Vorkommnisse von 1896, keine alkoholischen Getränke. Vorher war der „Aussichtstempel“ an der Cloef durch die Gemeinde in Ordnung gebracht worden. Auch als Notstandsmaßnahme war dies gedacht. Im Laufe des Sommers fanden daher viele Arbeitslose Beschäftigung auf der Cloef.

Durch Zaun und Mauer wurde der Platz neu abgegrenzt. Innerhalb der Umzäunung wurden Beete angelegt und mit Blumen bepflanzt. Um die Kosten zu decken, verlangte man eine Eintrittsgebühr von 10 Pfennigen bzw. 50 Centimes. Im Zuge der Saarabstimmung kam am 6. Mai 1935 Gauleiter Gustav Simon auf die Cloef, gefolgt am 16. Mai 1939 vom damaligen Reichskanzler Adolf Hitler. Schon seit dem Sommer 1938 gab es eine fahrbare Zufahrtsstraße zur Cloef. Auch wurde das Gebiet um die Saarschleife in diesem Jahr unter Naturschutz gestellt. Als Attraktion für Touristen verkehrte eine schwarz-gelbe Postkutsche zwischen Merzig und Mettlach an der Saarschleife entlang. Nach dem Krieg ging man schon 1947 an die Instandsetzung der Cloef. Aber erst im Jahre 1952 konnte die neue Schutzhütte, errichtet aus Orscholzer Grauwacke, eingeweiht werden. Die Dachspitze zierte eine witzige Wetterfahne, ein Kater, der sich an einen Vogel heranpirscht. Als Architekt für dieses Bauwerk hatte man Professor Krüger engagiert.

Exakt am 24. Mai 1952 wurde die noch nicht ganz fertige Schutzhütte feierlich eingeweiht. Im zunehmenden Besucherstrom kamen auch bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an den Aussichtspunkt auf die Saarschleife. So besuchte zum Beispiel Altbundeskanzler Konrad Adenauer während seines Aufenthaltes im Saarland anlässlich des Landtagswahlkampfes am 25. Juni 1965 das „Schaufenster des Saarlandes“, wie die Saarbrücker Zeitung meldete. Seit diesem Besuch wird eine kleine Anekdote kolportiert. Als Konrad Adenauer an der Brüstungsmauer stand, meinte eine zufällig anwesende Orscholzerin zu ihm gewandt, dass vor einigen Jahrzehnten „der Führer“ genau an der gleichen Stelle gestanden habe ,ja dass sogar eine Inschrift, die an diesen Besuch erinnern sollte, früher genau dort in dem Brüstungsstein zu sehen gewesen sei. Worauf der Altbundeskanzler in seiner trockenen rheinischen Art meinte: „Dann werde ich am besten ein wenig zur Seite rücken.“ Diese Besuche hatten aus schließlich privaten Charakter, sie dienten lediglich der touristischen Erkundung. Noch heute ist es eine ehrenvolle Aufgabe des jeweils amtierenden Bürgermeisters der Gemeinde Mettlach bzw. des amtierenden Ortsvorstehers von Orscholz, im „Damenprogramm“ offizieller Staats- und Landesbesuche den Gästen von der Cloef aus die Saarschleife zu zeigen.

1998 war die Cloef tagelang bundesweit in allen Medien zu sehen, als sich hier im Bundestagswahlkampf zwei Politiker trafen, der damalige Ministerpräsident des Saarlandes Oskar Lafontaine und der spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder, zwei Wahlkämpfer einer Partei, zwischen die „nicht ein mal ein Blatt Papier passte“, wie es damals hieß. Philatelistisch betrachtet wurde der Blick auf die Saarschleife schon vor dem zweiten Weltkrieg gewürdigt. Zuerst auf einer Briefmarke zu 30 Pfennigen, ausgegeben 1921 von der Postverwaltung des Saargebietes. 1947 brachte die Post des Saarlandes eine Marke zu 1 Mark mit dem Motiv der Saarschleife heraus, gefolgt im gleichen Jahr mit einem Aufdruck zu 50 Franken. Als nächstes erschien 1970 eine 30 Pfennigmarke mit dem gleichen Motiv, gefolgt von einer neu konzipierten Saarschleifenansicht vom Jahre 2000 zu 110 Pfennigen. Die private Briefbeförderung Saariva benutzt eine Saarschleifenmarke mit der Wertkategorie L.

Heutzutage liegt die Bezeichnung „Cloef“ etwas im Hintertreffen zur Bezeichnung „Saarschleife“, was hin und wieder zu Irritationen bei den Besuchern führt. Saarschleifen, als Mäander der Saar gibt es etliche, so zum Beispiel zwischen Taben und Serrig. Auch an der Mittelmosel gibt es imposante Schleifen der Mosel, beispielsweise bei Zell. Was die „Saarschleife“ vor allen diesen Flussschleifen hervorhebt und auch einzigartig macht, ist der Blick von dem erhöhten Scheitelpunkt der „Cloef“ auf dieses Naturschauspiel. Ohne die „Cloef“ gäbe es diesen Bekanntheitsgrad der Saarschleife nicht, Von dort wird der heutige Besucher genau so wie einst König Friedrich Wilhelm IV. „ganz entzückt sein über die herrliche Aussicht, die sich vor seinen Blicken entfaltet“, wie man schon vor 150 Jahren zu berichten wusste. (AE)