Orscholz - Heilklimatischer Kur- und Cloefort an der Saarschleife

Die Geschichte des Ortes Orscholz

Die Orscholzer Dorfgeschichte Teil 1. Zum Teil 2 der Dorfgeschichte  gelangen Sie hier.

Einiges mehr und ausführlicher über die Orscholzer Geschichte erfahren Sie aus dem Buch mit dem Titel: Beiträge zur Geschichte von Orscholz - Buch, 582 Seiten,

Herausgeber:

Dr.Albert Enderlein in Zusammenarbeit mit Manfred & Manuel Kiefer, Dieter Morgen und Bernd Gaub.

ISBN 978-3-00-022288-7.

Das Wappen von Orscholz

Zum Entwurf des Wappens:           

Der Entwurf des Wappens für die (damalige) Gemeinde Orscholz wurde von dem Fachheraldiker Kurt Hoppstädter aus Wiebelskirchen ausgearbeitet.

Blasonierung

Von silbernem Schrägrechtsbalken mit rotem Schlüssel, blau über grün geteilt, in Blau silberne Pilgermuschel, in Grün silberne Vase.                          


Begündung

Orscholz gehörte bereits im Mittelalter zur Herrschaft Montclair. Die Herren von Montclair aus dem Hause Clermont tragen als Wappen einen roten Schlüssel in Silber. Der Schlüssel mag gleichzeitig auf die volkstümliche Deutung des Namens Cloef auf dem Banne von Orscholz hinweisen, nach der er von dem französischen "la clef" = der Schlüssel herkommen soll.

Das Lehen von Montclair erhielten 1427 die Herren von Sierk, die in ihrem Wappen drei silberne Pilgermuscheln führten. Im Besitz dieser Familie und deren Erbnachfolger blieb auch Orscholz durch Jahrhunderte. Daher wurde eine solche Muschel in das blaue Feld oben gesetzt.

Im unteren grünen Feld (unten und grün soll auf das von Orscholz aus gesehen tief unten liegende Tal hindeuten) steht eine silberne Vase, weil die Gemeinde Orscholz in den letzten hundert Jahren durch die Beschäftigung sehr viler Bewohner in der keramischen Industrie in Mettlach einen starken wirtschaftlichen Aufschwung genommen hat.

Aus der Urzeit

Lange bevor Orscholz gegründet wurde, streiften schon Menschen durch dieses Gebiet. Die gefundenen Spuren deuten darauf hin, dass schon Steinzeitmenschen hier lebten.

In der Umgebung von Orscholz sind schon sogenannte Donnerbeile gefunden worden. Leider sind diese Fundstücke wieder verloren gegangen.

Etwa 500 Jahre vor Christus, also zur Eisenzeit siedelten sich in dieser Gegend die Kelten an. Die Kelten dieses Gebietes gehörten zum Stamme der Treverer, die wiederum zum Staatsverband der Gallier gehörten. Die Kelten die hier lebten waren Ackerbauer und Viehzüchter.

Aus dieser Zeit stammt auch eine sogenannte Fliehburg, Ringwälle aus Stein, die der Verteidigung dienten. Diese Fliehburg ist in Teilen noch zwischen Weiten und Orscholz erhalten.

Die Römer in unserer Heimat

In den Jahren 58 - 50 vor Christus marschierte der römische Feldherr Julius Cäsar mit einem großen Heer gegen die Kelten und unterwarf die einzelnen Stämme. Die Kelten die im Gebiet um Orscholz herum lebten, leisteten den Eindringlingen erbitterten Widerstand.

In der Nähe von Kastel (bei Saarburg) hatten die Kelten eine Schutzburg errichtet. Allerdings wurden auch diese Kelten besiegt, als ein Keltenfürst namens Cingetorix mit den Römern zusammenarbeitete und so dem Unterfeldherren Cäsars, dem Titus Labienus, zum Sieg verhalf. Nachdem die Römer das Land erobert hatten, wurde das Gebiet eine römische Provinz.

Der Name der Provinz war Belgica Prima, mit der Hauptstadt Ausgustus Treverorum (das heutige Trier). In der Nähe von Orscholz, bei Faha führte zu der damaligen Zeit die Hauptstraße Trier - Metz vorbei. Die Römer errichteten Kastelle, Militärstationen und Gutshöfe. Ein solcher Gutshof ist heute in Borg zu bewundern.

In Orscholz selbst gibt es keine Anzeichen für römische Bauwerke. Allerdings wurden in der Umgebung von Orscholz zahlreiche römische Münzen gefunden. 1835 fand man einen Schatz von mehreren Hundert römischen Denaren bei Orscholz. 1887 fand man im Distrikt Bärenfels, im Walde Schwarzbruch rund 3000 Münzen der Zeit zwischen 253 - 270 nach Christus. Die Römer waren in unserem Gebiet bis etwa 450 nach Christus. Dann zerbrach das Reich unter dem Ansturm der Germanen.

Die Franken in unserer Heimat

Hier siedelten sich die Franken an. Diese Zeit, als German und Hunnen in diese Gebiete eindrangen, war die Zeit der Völkerwanderung. Allerdings waren die Ziele der Gruppen unterschiedlich. Während die Germanen Land für Ihre Familien suchten, wollten die Hunnen die Weltherrschaft erringen. Allerdings wurden die Hunnen 451 auf den katalaunischen Feldern bei Chalons von einer verbündeten Streitmacht von Römern, fränkischen Fürsten und gotischen Fürsten geschlagen und flohen über den Rhein zurück nach Osten.

Die Alemannen und Franken ließen sich aber hier nieder und gründeten Dörfer und Höfe. Als im Jahre 496 der Frankenkönig Chlodwig die Alemannen bei Zülpich besiegte, wurde unsere Heimat, also das Gebiet um die untere Saar und die Mosel, fränkisch. Die Dörfer und Höfe nannte man nach den Sippenführern, wie z.B. Tünsdorf nach Tuntino (Dorf des Tuntino) benannt wurde, manchmal wurde aber auch eine geographische Lage ausgewählt. Z.B. Oberleuken, der Ort an der oberen Leuk, die dem Odwin gehörte. (Ursprünglich hieß der Ort Odowinis Luika). Oder Büschdorf, der Ort an den Büschen.

Gründung und Name von Orscholz

Über das genaue Datum der Gründung von Orscholz gibt es keine Urkunde. Das ist allerdings bei den meisten Orten und Städten in Deutschland so. Wenn die Orte zum erstenmal in einer Urkunde erwähnt werde, dann haben sie meistens schon Jahrzehnte oft Jahrhunderte existiert.

Die meisten Dörfer dieser Region stammen aus der Zeit zwischen 500 bis 750 nach Christus. Den Chroniken zufolge dürfte Orscholz etwa zur Zeit Karls des Großen entstanden sein.

Der damalige Name des Ortes war aber Orkelsfels. In alten Dokumenten kommt der Name in folgenden Formen vor: Orkelsvels 1167, Oyrvels 1328, Oirsfels 1494, Orfeltz 1569.
Die heutige Form Orscholz, entstand im 17. und 18. Jahrhundert, obwohl es damals noch Orscholtz hieß. Der ursprüngliche Name von Orscholz, also Orkelsfels bedeutete laut verschiedenen Chroniken "Fels des Orko", was sich auf den ursprünglichen Besitzer, einen Franken mit dem Namen Orko, bezieht.

Dieser soll auf dem Orkelsfels einst eine Burg errichtet haben. Es ist aber sicher, dass die Burg Orkelsvels im frühen 10. Jahrhundert, irgendwann zwischen 900 und 911 dem Erzbischof Radbod von Trier zusammen mit der Burg Seicum (dem heutigen Sierck) geschenkt wurde. Die Burg erhielt dann wahrscheinlich eine Ritterfamilie, die sich von Orkelsfels nannte zum Lehen.

Bekannt von diesem Geschlecht ist allerdings nur eine Person, die den Namen Arnold von Orkelsfels trägt. Er wurde 1167 als Zeuge auf einer Urkunde erwähnt.

Orscholz im Besitz der Herrschaften Montclair und Meinsberg

Darüber, wie die Siedlung Orscholz entstanden ist, ist nichts überliefert. Man geht aber davon aus, das der Ort zunächst nur aus der Burg und den Häusern für die Knechte und Diener bestanden hat. Wie lange die Burg existierte ist ebenfalls nicht bekannt.

Eine weit bedeutendere Rolle in der Geschichte von Orscholz kommt aber einer anderen Burg zu, die auf der anderen Saarseite von Orscholz stand.

Die Burg Montclair, die früher den Namen Skiva (Schiff, wegen der Form des Berges auf der sie gebaut wurde) trug. Die Herren dieser Burg waren Grafen aus dem ardennischen Geschlecht, die für die Franken den Saargau verwalteten. Dieser reichte von Saarburg bis nach Saarbrücken. Durch eine königliche Schenkung erhielten die Erzbischöfe von Trier einen großen Teil des Saargaus, zu dem auch Orscholz gehörte, und gräfliche Rechte, was sie zu Besitzern der Burg Skiva machten, welche die ardennischen Grafen allerdings nicht kampflos aufgaben.

Im Jahre 1180 erhielt Arnulf von Walecourt, der Vogt von Merzig, das Lehen über diesen Burgberg und er wurde beauftragt, dort eine neue Burg zu errichten, die den Namen Montclair erhielt. Dieser Name leitete sich von dem lateinischen mons clarus ab, was soviel bedeut wie heller Berg. Das Lehen über Orscholz erhielten daraufhin die Herren von Montclair, die später aber die Hälfte des Lehen an den Graf von Saarbrücken abtraten.

Am 17. März 1328 erklärte Graf Johann von Saarbrücken, dass er unter anderem das Dorf Oyrvels vom Erzbischof Balduin von Trier zu Lehen trage. In einer Aufstellung über die Rechte der Herren von Sayn zu Orscholz aus dem Jahre 1494 heißt es: "Item das Dorf Oirfels das halv zu Lehen herrührt von eynem Grawen zu Sarbrucke." Eigentlich gehörte das Dorf damals dem Grafen von Sayn, den Herren von Meinsberg, einer Burg nahe Mandern in Frankreich, und Erben derer von Montclair.

Die Belagerung und der Kampf um Montclair 1351

1250 erhielt Gyot von Clermont die Burg Montclair. Dessen Sohn Simon von Montclair lebte damals in Frieden mit dem Ertbischof von Trier. 1321 erhielt Simons Sohn Jakob von Montclair die Burg, die Vogtei Merzig, die Vogtei Niederperl und andere Besitzungen vom Ertbischof zum Lehen.

Als später aber zwischen dem Erzbischof und dem Herzog Rudolf von Lothringen ein Streit ausbrach, hielt Ritter Jakob zum Herzog. Als er dann Zölle auf der Saar zu erheben begann und den freien Handel behinderte und die Untertanen des Erzbischofs unterdrückte, hatte er sich den Zorn des Erzbischofs zugezogen.

In Merzig maßte er sich Hochgerichtsrechte an, die nur dem Erzbischof zustanden. Schließlich schloss er mit Trier ein Bündnis gegen den Erzbischof. Er wollte Trier mit 30 Mann in Plattenrüstung und den Festungen Montclair, Rheingrafenstein und Ildingen helfen. Als Balduin davon erfuhr lud er Jakob vor ein Lehengericht in Trier. Jakob erschien und wurde in ritterlicher Haft gehalten.

Als er seien Treue auf Balduin erneut verbriefte, und mit Hilfe von Freunden aus Lothringen, erlangte er seine Freiheit wieder. Allerdings hielt er nicht viel von solchen Treueschwüren. Wieder in Freiheit suchte er Verbündete gegen den Lehnsherren und schickte seinen Sohn, der ebenfalls Jakob hieß, aus um die Dörfer des Erzstiftes zu verbrennen.

Daraufhin erklärte Balduin, obwohl er sich bereits in hohem Alter befand, Jakob, am 13. Oktober 1350, den Krieg. Jakob schickte als Antwort die Fehdebriefe von 49 Burgmannen, Vasallen und Bundesgenossen an Balduin. Die Stadt Trier und Lothringen, mit denen Jakob fest gerechnet hatte, hielten sich allerdings aus dem Streit heraus.

Herzogin Maria von Lothringen schloß sogar einen Beistandspakt mit Balduin, sendete ihm aber keine Truppen. Jakob zog sich auf seine Burg zurück, die strategisch sehr gut gelegen war, da sie nur von Richtung St. Gangolf anzugreifen war. Dieser Zugang aber war mit Verteidigungseinrichtungen gut gesichert. Außerdem schützte eine Vorburg am Hang zu Dreisbach, die Wasserquelle der Burg.

Im April 1351 erreichte Balduin mit seiner Streitmacht St. Gangolf und schlug dort sein Lager auf. Um die Belagerten von Unterstützung abzuschneiden sperrte Balduin die Saar für den Schiffsverkehr. Außerdem wurden 4 Gegenburgen errichtet. Eine aus festem Stein bei St. Gangolf, Gryneck genannt. Eine zweite auf anderen Saarseite gegen Orscholz zu, Saarstein genannt, eine dritte gegen Mettlach zu und eine vierte gegen Dreisbach. Die zwei letzten waren aber nur aus Holz. Sie dienten dem Schutz der Belagerungsmaschinen die die Burg Montclair beschossen. Anfang Mai befahl Balduin den Sturm auf die Burg, der allerdings abgewehrt werden konnte.

Balduins Feldhauptmann Hartad von Schönecken kam dabei ums Leben. Balduin, erschüttert über den Tod seines Heerführers begab sich daraufhin zurück nach Trier und überließ dem Grafen von Veldenz das Oberkommando. Dieser beschränkte sich auf die Belagerung der Burg.

Ende November kehrte Balduin zurück. Sein Plan sah vor, die Vorburg, die die Quelle schützte, zu erobern, um so die Belagerten vom Wasser abzuschneiden. Dazu ließ er in den Saarberg unter der Vorburg einen Schacht in den Fels schlagen, der mit Balken abgestützt wurde. In diesen Schacht wurden Reisig, Holz und brennbare Stoffe aufgeschichtet und in Brand gesteckt. Das Feuer verbrannte die Stützbalken und der Schacht stürzte ein und riss die Vorburg mit in die Saar.

Nach einem kurzen Kampf hatte Balduin die Quelle unter Kontrolle. Jakob ließ sich daraufhin auf Waffenstillstandsverhandlungen ein. Es wurde vereinbart, dass er die Burg übergeben musste, wenn nach 12 Tagen keine Hilfe für ihn eintraf. Als keine Hilfe eintraf übergab Jakob am 22. Dezember 1351 die Burg an Balduin. An diesem Tag verließ er mit seinen Männern, die Waffen und Kostbarkeiten so viel sie tragen konnten mitnehmen durften, mir kriegerischen Ehren die Burg.

Balduin feierte im Lager noch Weihnachten und besetzte dann die Burg, die er aber kurz darauf vollständig zerstörte. Die eisernen Torflügel nahm er als Siegeszeichen mit nach Trier. Ritter Jakob und sein Geschlecht wurde für alle Zeiten vom Besitze der Burg ausgeschlossen.

Die Rechte der Herren von Meinsburg in Orscholz

Im Jahre 1500 erloschen die Lehensrechte der Saarbrücker Grafen in Orscholz, woraufhin die Herren von Meinsberg die gesamte Grundhoheit und die Gerichtsbarkeit über Orscholz erhielten.

Die Herren von Meinsberg standen im Dienste des Herzogs von Lothringen und nannten sich eigentlich von Sierck - Meinsberg, da ihr ursprünglicher Lehen eigentlich das Schloss in Sierck war.

Arnold der VI. von Sierck erhielt im Jahre 1419 den Auftrag, eine weiter Burg über Mandern zu bauen. Diese Burg liegt nordöstlich von Sierck. Die ursprüngliche Bezeichnung dieser Burg lautete wie der Berg auf der sie errichtet wurde, Meinsberg. Gegen 1705 erhielt sie aber den Namen Malbrok, der vermutlich auf den englischen General, Herzog von Malborough zurückzuführen ist.

Dieser hatte die Burg 1705 in folge des spanischen Erbfolgekrieges erobert und zu seinem Hauptquartier erklärt. Dieser Name der Burg ist heute aber nicht mehr oft zu hören. Die Lehnsherren von Orscholz waren in den folgenden Jahren immer auch die Herren von Schloss Meinsberg. Im Jahre 1427 erhielt der schon erwähnte Arnold von Sierck das Lehen über Orscholz.

Als diese Familie im Jahre 1493 erlosch, da sie keine männlichen Nachfahren mehr hatten, erhielten die Grafen von Sayn die Herrschaft über Meinsberg und auch das Lehen über Montclair. Diese Familie hielt das Lehen bis 1606, dann erhielten die Grafen von Sultz das Lehen über Meinsberg und Montclair. Nach dem 30jährigen Krieg mussten diese allerdings das Lehen Meinsberg verkaufen.

Montclair war schon vorher vom Kurfürsten von Trier eingezogen worden. Die folgenden Besitzer von Meinsberg waren die von Betlanvillers, die von Sarrazin, die Barbarat, die Mazirat und letztlich die von Bleckhausen. Kriegszeiten in und um Orscholz Im Jahre 1349 geißelte die schwarze Pest Deutschland und tötete ein drittel aller Menschen. Auch Orscholz war von dieser Seuche betroffen. Die nächste Pestwelle erreichte unsere Lande im Jahre 1439 als sie schwer in der Gegend um Trier wütete.

Auch in den Jahren 1612 und 1618/20 herrschte eine ansteckende Krankheit in unserer Gegend, die viele Menschen tötete. Das schlimmste aber ereilte Orscholz im Jahre 1618 als der 30-jährige Krieg ausbrach.

In unserer Gegend kämpften die Franzosen, die mit den Schweden verbündet waren gegen die Lothringer, die mit Spanien verbündet waren. Da Orscholz damals zum Herzogtum Lothringen gehörte, hatte es viel zu leiden. Im Jahre 1935 eroberte der General Gallas die Festung Wallerfangen, woraufhin sich auf Schloß Meinsberg Kroaten festsetzen, die von dort das Land plünderten.

Als 1648 endlich der Waffenstillstand unterzeichnet wurde, lebten in dieser Gegend in den einzelnen Dörfern nur noch sehr wenige Familien, manchmal gar keine. Aber der Krieg war in dieser Gegend noch nicht zu Ende, da Lothringen nicht in den Friedensvertrag eingeschlossen war. Da die Spanier, die Luxemburg beherrschten, ebenfalls den Krieg weiterführten, wurde das mittlere und untere Saartal weiter geplündert.

Im Jahre 1650 gelang es lothringischen Kriegsvölkern die Franzosen aus diesem Gebiet zu vertreiben und einige Festungen und Burgen zu erobern, darunter auch die Siersburg, allerdings schlugen die Franzosen im Jahre 1651 unter der Führung von General Laferte zurück, eroberten alle Festungen zurück und besetzten das gesamte Gaugebiet. Im Jahre 1661 wurde endlich Frieden zwischen Frankreich und Lothringen geschlossen.

Orscholz während der Französischen Revolution

Im Jahre 1766 herrschte Stanislaus Leszinsky über Lothringen. Dieser war früher König von Polen gewesen, aber von dort vertrieben worden. Da er der Schwiegervater von König Ludwig XV. war, erhielt er von diesem die Herrschaft über Lothringen. Lothringen war damals ohne Herrscher, da Herzog Franz von Lothringen auf sein Herzogtum verzichten musste, da er Maria Theresia, die Kaiserin von Österreich heiratete.

Stanislaus starb aber in diesem Jahre an Brandwunden, die er sich zugezogen hatte, als seine Kleidung am offenen Kamin Feuer gefangen hatte. Daraufhin machte der französische König Lothringen, aufgrund von früheren Absprachen, zu einer französischen Provinz.

Da Orscholz auch zu Lothringen gehörte, wurde es ebenfalls französisch. Zu der damaligen Zeit stand es aber um Frankreich nicht sehr günstig. Aufgrund von Misswirtschaft und Kriegen, sowie der verschwenderischen Lebensart des Königshauses drückte Frankreich hohe Schulden. Das Königshaus erhob daraufhin drückende Steuern.

Da das Volk dies nicht länger hinnehmen wollte, und da sie durch freigeistige Männer aufgestachelt wurden, kam es zur französischen Revolution, die nicht nur Frankreich, sondern auch Europa grundlegend verändern sollte. Die Veränderungen der Revolutionszeit brachten eine neue politische Einteilung des Landes. Orscholz wurde eine Maire (Landesbürgermeisterei). Sie wurde dem Kanton Sierck zugeteilt, der wiederum im Arrondissement (Kreis) Diedenhofen des Moseldepartements lag. Hauptstadt des Departements war Metz.

In unserem Gebiet fanden in dem Krieg auch Kämpfe statt. Hier kämpften die Franzosen gegen die verbündeten Preußen und Österreicher. Bürgermeister von Orscholz war zu dieser Zeit Matthias Reinhart, der als Feind der Revolution galt und einem französischen Geistlichen Hilfe leistete. Als er deswegen nach Paris gebracht werden sollte, setzte er sich nach Deutschland ab. Wegen dieser Hilfestellung sollte der Gemeinde Orscholz damals Strafmaßnahmen aufgebürdet werden, aber man begnügte sich letztendlich damit, dass Orscholz die Kosten des Kommissars, der gegen Reinhart ermittelte, bezahlte.

Als der berühmte Napoleon im Jahre 1812 den Feldzug gegen Russland verlor und seiner Armee 1813 bei Leipzig der Todesstoß beigebracht wurde, ging es mit seiner Macht zuende. Nach der Niederlage bei Waterloo 1815 brachten die Engländer Napoleon auf die Insel St. Helena. Im Wiener Frieden wurden daraufhin die Grenzen der Länder neu geregelt und Preußen erhielt die Rheinlande und einen Streifen von Lothringen, zu dem auch Orscholz gehörte. Orscholz wurde Bürgermeistersitz im Kreis Saarburg.

Die Revolution von 1849

Nach 1815 sind in der Geschichte von Orscholz zwei aufregende Ereignisse geschehen. Das erste geschah im Sturmjahr 1848. Überall in Europa kam es zu dieser Zeit zu Aufständen gegen das Militär und die Obrigkeiten. Auch in Orscholz geschah ein solcher Vorfall. Hier traf es aber den Amtsbürgermeister. Die Aufständigen wollten zum einen im Wald um Orscholz Holz schlagen dürfen, was von der königlichen Waldordnung verboten war und zum anderen auch die Gemeindekasse. Sie zogen also vor die Bürgermeisterei. Der Versuch des Bürgermeisters die Leute zu beruhigen schlug fehl und so schleppten sie ihn zum Dorfbrunnen, der doch sehr tief war.

Zum Glück des Bürgermeisters kamen von Weiten her ein Trupp preußische Ulanen, die den Aufstand beendeten und den Bürgermeister befreiten. Der hatte daraufhin keinen guten Stand mehr in Orscholz und so zog er mit allem nach Freudenburg. Einige Orscholzer zogen aber in den Wald um dort Holz zu machen. Aber die Ulanen kamen auch hierher und als die Bauern nicht gehen wollten, fielen Schüsse, die einen Orscholzer tödlich trafen. Dieses Waldstück heißt heute noch im Volksmund "Der 48er Schlag".

Das zweite Ereignis war die Cholera, die 1866 in Orscholz von August bis Oktober wütete. Zeitgleich zur Cholera kam es zu einer Masernepidemie unter den Kindern.

Nach Ausweis des Sterberegisters starben vom 1. August bis 22. September 76 Kinder (unter 14 Jahren) und 49 Erwachsene, also 125 Orscholzer.

Der Höhepunkt lag wohl zwischen dem 24. August und dem 3. September, wo zwischen 1 und 9 Personen täglich starben. Die Trierische Volkszeitung schrieb zu den Ereignissen folgendes: Leider waren die kürzlich hin und wieder gehörten Schilderungen des Elends, welches die Cholera in dem Dorfe Orscholz (Kreis Saarburg) in den letzten Wochen hervorgerufen hat, nicht übertrieben.

Wie wir aus dem Aufruf im Saarburger Kreisblatt ersehen, unterzeichnet von dem Landrat des Kreises, dem Bürgermeister, Pfarrer und Gemeindevorsteher, sind seit dem 1. August von der 1000 Seelen zählenden Gemeinde Orscholz 121 Erwachsene und Kinder, mithin binnen Monatsfrist weit über 10% der Bevölkerung dahingerafft worden. Doch hierzu nicht allein die Cholera, sondern auch eine epidemisch gewordene Erkrankung der Kinder an den Masern beigetragen.

Der erwähnte Aufruf fordert zur Spendung von Lebens- und Erquickungsmitteln, Leibwäsche, Bekleidungsstücke, Geldgaben usw. auf. Bei der Pflege der Kranken zeichneten sich die Borromäerinnen vom Mettlacher Schwesternhaus besonders aus.

Der zweite Weltkrieg

Der Ort Orscholz wurde vom zweiten Weltkrieg sehr mitgenommen. Die erste Evakuierung des Ortes erfolgte am 1. September 1939.

Der Großteil der Bevölkerung kam in den Raum Arolsen/Waldbeck. Nach dem Ende der Westoffensive der deutschen Armee konnte die Bevölkerung in den Ort zurückkehren, der zwar nicht durch den Krieg zerstört worden war, aber durch Plünderungen gelitten hatte.

Im Herbst 1944, als die Alliierten die deutsche Armee zurückdrängten, und diese wiederum versuchten den Vormarsch hier in diesem Gebiet zu stoppen, musste Orscholz ein zweites mal geräumt werden. Die Alliierten waren etwa 2km vor Orscholz an der sogenannten Höckerlinie, eine von der Wehrmacht errichteten Panzersperre, in Stellung gegangen und bombardierten den Ort von dort aus.

Die Flüchtlinge aus Orscholz kamen diesmal zum größten Teil im Hunsrück unter. Der Kampf der Alliierten gegen die Wehrmacht dauerte hier, am sogenannten Orscholz - Riegel, wo die Deutschen den letzten großen Versuch unternahmen die Alliierten zu stoppen etwa 3 Monate. Die zahlreichen Bombardements und die folgenden Straßenkämpfe trugen zu den unglaublichen Verwüstungen bei, die in Orscholz stattfanden.

Als die Flüchtlinge zurückkehrten waren über 80 % der Cloefgemeinde zerstört. Nicht ein einziges Haus war unbeschädigt geblieben. Das gesamte Dorf glich einem Trümmerfeld und der Kreiskommandant hatte damals bedenken, den Ort wieder zur Bewohnung freizugeben, da überall Minen und Munition verstreut lagen. Da die Orscholzer aber nicht von hier weg wollten, gab die damalige Verwaltung schließlich den Ort zur Bewohnung frei.

Überblick: Zeittafel des Ortes

etwa 2000 v.Chr. Steinzeit (Funde von Steinbeilen bei Orscholz)
2000 - 1000 v.Chr. Bronzezeit (Bronzeteile bei Tünsdorf)
1000 - 400 v.Chr. ältere Eisenzeit um 500 v.Chr.
Besiedlung durch die Kelten.
Reste eines Keltischen Ringwalles bei Orscholz.
50 v.Chr. - 450 n.Chr. Zeit der Römerherrschaft.
Münzfunde bei Orscholz um 500 n.Chr.
Besiedlung des Saargaues durch die Franken
um 698 St. Lutwinus gründet die Abtei Mettlach
vor 911 König Ludwig das Kind schenkt Erzbischof Radbod von Trier Orscholz
1016 Eroberung der Burg Skiva (Montclair) durch Erzbischof Popo
1328 Orscholz ist zum Teil Lehen des Grafen von Saarbrücken
1351 Eroberung der Burg Montclair durch Erzbischof Balduin
1427 Montclair und damit Orscholz kommen an die Herren von Sierck - Meinsberg.
1494 Montclair, Meinsberg und das Hochgericht Orscholz kommen an die Grafen von Sayn.
1560 Erwähnung einer Kapelle in Orscholz.
1500-1766 Orscholz ist Bestandteil der Herrschaft Meinsberg unter lothringischer Oberheit.
1618-1648 Dreißigjähriger Krieg.
1648-1661 Fortdauer des Krieges zwischen Lothringen und Frankreich.
1661 In Orscholz leben noch 4 Familien.
1708 Orscholz hat wieder 30 Familien.
1701-1714 Spanischer Erbfolgekrieg.
1705 Besetzung der Meinsburg durch die Engländer (Graf Malborough)
1743 Orscholz wird eine Vikarie.
1751 49 Familien in Orscholz.
1766 Orscholz wird französisch.
1789 Beginn der französischen Revolution. Orscholz wird Maire im Mosel-
departement.
1802 Orscholz wird Pfarrei im Bistum Metz.
1804 Napoleon wird Kaiser der Franzosen.
1812 Orscholzer ziehen mit nach Russland.
1813 Napoleons Niederlage bei Leipzig.
1815 Orscholz kommt an Preußen. Es wird Sitz einer Bürgermeisterei im Kreise Saarburg.
1817 Die Pfarrei Orscholz kommt zum Bistum Trier.
1831 Bau einer neuen Kirche in Orscholz.
1848 Revolution in Orscholz. Verlegung der Bürgermeisterei nach Freudenburg.
1866 Die Cholera wütet in Orscholz. 130 Todesfälle in 2 Monaten.
1870/71 Krieg in Frankreich. Viele Orscholzer kämpfen mit.
1914/18 Erster Weltkrieg. Beteiligung der Orscholzer. Viele Gefallene.
1939/45 Zweiter Weltkrieg.
1939 Evakuierung der Bevölkerung nach Mitteldeutschland. Raum Arolsen.
1944 Zweite Evakuierung der Bevölkerung (Kreis Kreuznach und Kreis Meisenheim)
1944/45 Kämpfe um Orscholz. Zerstörung des Ortes.
1945 Besetzung durch amerikanische Truppen.
1946 Eingliederung ins Saarland.